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22.01.2011, 20:00 Uhr Übersicht | Drucken

Christiane Horsch: Forsche Gangart und keine Existenzangst

Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron, gilt in der Region als größte Fürsprecherin der von der Landesregierung verordneten Kommunal- und Verwaltungsreform. Sie hat sich damit nicht nur Freunde gemacht. Aber sie verteidigt die seit mehr als zwei Jahren laufenden Anstrengungen für eine freiwillige Fusion.



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Als Christiane Horsch am 25. April 2007 ihre Antrittsrede als Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Neumagen-Dhron hielt, fehlten darin Worte wie „Kommunalreform“ und „Fusion“. Im Gegenteil: Horsch sprach davon, die VG als „Herzstück der Mittelmosel mit ihren traumhaft schönen Ortsgemeinden Trittenheim, Neumagen-Dhron, Piesport und Minheim zur unverkennbaren starken Eigenmarke der Mosel weiterzuentwickeln“. Gleichzeitig sicherte sie zu, ihr Handeln transparent zu machen und frühzeitig über Absichten der Verwaltung zu informieren.

Schon im folgenden Jahr war der Traum vom Herzstück der Mittelmosel vorbei. Ministerpräsident Kurt Beck sprach im Mai 2008 unmissverständlich von einer anstehenden Kommunal- und Verwaltungsreform im Land. „Mir war klar, die machen ernst. Und wir sind auf jeden Fall betroffen“, sagt Horsch.

Als Richtzahl für die Eigenständigkeit einer VG gilt eine Einwohnerzahl von 12000, die auf mindestens 14 Orte verteilt sein sollen. Die VG Neumagen-Dhron zählt 5800 Bürger in vier Orten (Neumagen-Dhron, Piesport, Trittenheim, Minheim). Horsch spricht sogar von einer Mindestgröße von 15000. Im Jahr 2008 wurde auch deutlich, dass die VG Neumagen-Dhron auf Dauer nicht in der Lage ist, die hohen Kosten für die Realschule plus alleine aufzubringen.

Die Bürgermeisterin reagierte schnell und machte das Versprechen ihrer Antrittsrede wahr, transparent und frühzeitig zu informieren. So wurde in der VG bereits Ende 2008, früher als andernorts im Land, laut über eine freiwillige Fusion mit einer anderen Kommune nachgedacht. Immer unter dem Aspekt, dass eine freiwillige Fusion, die vom Land mit einer Prämie und weiteren Zuwendungen versüßt wird, besser ist als eine vom Land angeordnete Zwangsverheiratung. Die Türen für eine freiwillige Fusion stehen bis Mitte 2012 offen. Bis zur Kommunalwahl 2014 sollen die Verbandsgemeinden einen neuen Zuschnitt haben.

Wie würde der für die VG Neumagen-Dhron bei einer Zwangsehe aussehen? Es käme wahrscheinlich zur Fusion mit der VG Thalfang. Eine Liebesheirat wäre das nicht. „Aufgrund der demografischen Entwicklung wären wir dann in fünf Jahren genauso weit wie heute“, sagt Horsch. Die CDU-Frau begrüßt die von der SPD-Landesregierung initiierte Kommunal- und Verwaltungsreform. Allerdings geht sie ihr nicht weit genug. Auch die Kreise müssten ihrer Ansicht nach gleichzeitig einen neuen Zuschnitt bekommen. Horsch: „Sie sollten 150000 Bürger haben.“

Nicht überall kommt ihre forsche Gangart gut an. Auch aus CDU-Kreisen sei ihr vorgeworfen worden, ohne Not vorgeprescht zu sein. Doch Aussitzen ist nicht Horschs Art. „Die finanzielle Situation wird in kleinen Kommunen immer dramatischer. Den Ortsgemeinden bleibt immer weniger Geld“, sagt sie.

Es gebe auch Kritik an der umfangreichen Beteiligung der Bürger. „Wie man es macht, ist es verkehrt. Ich bin froh, dass es gelungen ist, so viele Leute für das Thema zu interessieren, und ich bin froh, dass sich so viele Leute an den Bürgerversammlungen und an den Umfragen beteiligt haben“, sagt Horsch. Es mache sich aber auch Realismus breit. Mittlerweile, so die 49-Jährige, bekomme sie viele Anrufe von Politikern aus anderen Kommunen, die nach ihren Erfahrungen fragen und sich Anregungen zur Vorgehensweise holen.

„Ich würde alles wieder genauso machen“, sagt Horsch. Sie wird ihr Bürgermeisteramt verlieren, wenn es, wie geplant, Anfang 2012 zu einer Fusion kommt. „Existenzängste habe ich nicht. Es kommt immer etwas Neues“, sagt die Juristin. Es habe bereits in den vergangenen Jahren vor Bürgermeisterwahlen immer wieder Anfragen aus anderen Kommunen gegeben, beispielsweise aus Wittlich und Bitburg. Auch als Nachfolgerin von Landrätin Beate Läsch-Weber (Bernkastel-Wittlich) sei sie gehandelt worden. „Doch ich ziehe das hier durch. Vorher kann ich nicht gehen“, sagt sie.

Politik habe ihre Reize, sagt die ehemalige Wirtschaftsdezernentin der Stadt Trier. „Sie macht aber auch ein Stück weit einsam“, so die alleinerziehende Mutter einer 21 Jahre alten Tochter. Horsch: „Für Frauen ist solch ein Job noch ein Stück schwieriger als für Männer.“

Quelle: TV vom 22. Dez. 2010



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